Montag, 23. Juli 2012

Huangshan - ein einmaliges Erlebnis!

Servus Leute!

Zunächst möchte ich mich bei allen "Fans" für meine lange Abwesenheit entschuldigen. Es sind mittlerweile 2 Wochen ohne neuen Blogeintrag ins Land gegangen. Die Flut an "Lebst du noch?" - Nachrichten hat mich jetzt in die Situation gebracht, einen neuen Post zu verfassen. Okay, Spaß beiseite, aber wir hatten in letzter Zeit ein sehr knackiges Programm und die Zeit für einen ausführlichen Blog gab es leider nicht. Auf dem Plan standen Abendessen/Mittagessen mit den Vertretern der Hochschule Ludwigshafen, Tongji und BASF, Klausuren, Essays (immernoch) schreiben, Gruppenarbeiten und der tägliche Überlebenskampf in China.
Ich möchte garnicht so viel über diese 2 Wochen erzählen, denn sie waren nicht sonderlich spannend (übrigens war ich auch noch krank in der Zeit) und dürften unbeteiligte nicht vom Hocker hauen. Daher springen wir einfach zum letzten Wochenende ;-)

Der erste Blick auf den "Gelben Berg"
Wo waren die Irren denn diesmal? In Huangshan!
Ich gehe jetzt davon aus, dass bei jedem von euch sofort die Lampen angehen, denn Huangshan ist sehr bekannt für seine unbeschreiblich schöne Landschaft und Natur. Meiner Meinung nach ist der "Gelbe Berg" (Huang Shan) das schönste Fleckchen Chinas (aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren!). Der Plan für diese Reise stand schon länger, nur wie das halt bei den Studenten so ist: keine Zeit, nur Arbeit, kein Schlaf - ihr wisst ja was ich meine! Ein globales Problem unter den Studenten. Deshalb war das letzte Wochenende perfekt für diesen Trip, denn unser "Workload" war diesmal auf Gruppenarbeit, Capstone-Unternehmenssimulation, Klausurenvorbereitung, Essays und Chinesisch lernen gefallen, sodass der gewöhnliche Student ruhig ein ganzes Wochenende für seine Bespaßung opfern konnte. Schlau wie wir waren haben wir unsere Tickets im voraus gekauft, um Samstag morgens um 6:38 Uhr die Reise antreten zu können.

Huuuuuunger! Mach endlich auf!
Dies bedeutete das schier unmögliche für uns: Freitag NICHT Ausgehen, Samstags um 4:30 Uhr aufstehen! Die Anfahrt zum Busbahnhof betrug 45min, daher das frühe Aufstehen. Hungrig wie wir bei der Ankunft waren, mussten erstmal ein paar frische Burger von McDoof hinhalten, denn die Busfahrt sollte 6 Stunden dauern - 6 Stunden!! Wie ihr seht ist das Bild ein wenig verschwommen, das lag einfach daran, dass die Jungs so wild an der Tür rüttelten, dass keine Kamera dieser Welt ein stabiles Bild geschafft hätte! Zum Glück machte der CEO von McDonalds Busbahnhof um 6:05 Uhr die Pforten auf, sodass wir als erste Kunden eintreten konnten. Merkwürdiger weise ist eine Gruppe von Amis (welche eigentlich Skandinavier waren, wie sich später herausstellte) einfach am Lokal "Zur Goldenen Möwe" vorbei gelaufen, ohne etwas zu konsumieren.
In der Wartehalle sahen wir dann noch zwei Kerle mit Sixpack Bier und leicht "betrunkenem Anblick" - es waren natürlich Deutsche!

Die 6-stündige Reise war relativ entspannt, der Bus hatte große Ledersitze und war gut klimatisiert. Keine besonderen Vorkommnisse!
In Huangshan angekommen wurden wir erstmal von dem blauesten Himmel und dem generell besten Wetter seit 2 Monaten begrüßt! Es war einfach genial! Die Landschaft erinnerte sofort an Sommerurlaub in Österreich, denn links und rechts erhoben sich die Bergketten und grünen Wälder. Okay, die lauten Busse, die brutale Wärme und die vielen Chinesen trübten ein wenig die Vorstellung, dass man auf einmal in Südtirol wäre :-P
Unsere Reise war diesmal nicht komplett von uns geplant, denn in Huang Shan gibt es Mr. Hu! Mr. Hu ist DER Monopolist wenn es um Fremdenführung in Huang Shan geht. Er ist ein Wasserwerk, denn er klärt alle deine Probleme. So war es auch bei uns. Wir warteten so an der Straße auf unseren Shuttlebus zu seinem Restaurant, da kam zunächst Mr. Cheng vorbei (ein Nachmacher!) und dann ein 1,50m kleiner Chinese auf seinem Roller - Mr. Hu!

"Hello I am Mr. Mohr!"
"Mr. Hu (Who) !(?)"
"Mr. Mohr!"
"Mr. Hu (Who) !(?)"
"Mr. Mohr!!!"
"Mr. Hu (Who) !(?)"
"..."

Ich hoffe jeder versteht diesen unglaublichen Witz, den ich einfach mal von Steffen geklaut habe ;-)
Mr. Hu transferierte uns zu seinem Restaurant wo wir weitere Deutsche aus Karlsruhe trafen. Wie klein die Welt doch ist, müsst ihr denken. Es kommt noch besser: Einer der Studenten aus Karlsruhe fragte speziell nach einem Kommilitonen von uns! Super stark, da fliegt man nach Shanghai, fährt 6h irgendwo in die Pampa und trifft bei Mr. Hu Menschen die auch noch die eigenen Mitstudenten kennen.


Challenge accepted!

Und ich habe mit meinen 6kg auf dem Rücken geheult!
Nach dem köstlichen Schmaus mit dem wohl ekelhaftesten Bier was ich je trinken durfte, ging die Reise los zu den "Eastern Steps" - 7.5km Treppe hoch! Auf 730m ü. M. startete die Expeditionsgruppe "Der Lonely Planet sagt 2-3 Stunden - wir brauchen 1:45!". Fit wie wir (noch) waren ging es im Gewaltmarsch die Treppen hoch und alsbald stellten wir fest, dass der Körper den natürlichen Kühlungsprozess auf MaxPower hochfuhr. Unsere ca. 4 Millionen Schweißdrüsen waren komplett damit beschäftigt möglichst viel Flüssigkeit in unsere Kleidung abzuführen, sodass manch einer den "Wet T-Shirt" oder "Wet-Unterhose/Trekkinghose" Contest für sich startete. Kurz gesagt: Wir ölten wie die Sau!
Aber, das Quälerei war es total wert - die Landschaft war der Hammer und das Wetter ebenso! Jeden Schritt den wir weitergingen sahen wir etwas neues überragendes! So auch die vielen LKW-Chinesen. Was ist ein LKW-Chinese? Das ist ein kleiner Mensch, der auf seinen Schultern ein variables Gewicht zwischen 40-100kg Berg hoch und Berg runter trägt. Wieso das ganze? Weil Arbeitskraft in China so billig ist, dass es sich einfach lohnt. Überall auf unserem Weg sind wir den Chinesen begegnet, die den "Gelben Berg" mit allen möglichen Waren versorgt haben (Getränke, Essen, Wäsche, Desinfektionsmittel - einfach alles was Hotels oder Shops benötigen). Diese antike Form des Supply Chain Managements ist auf jeden Fall total Menschen verachtend, aber anscheinend effizient. Naja, manchmal hatten die Kerle ein Lächeln auf dem Gesicht, daher nehme ich an für sie ist es nicht so schlimm, wie es für mich wäre ;-)


Hotel Tent ****
Als wir nach unserer Rekordzeit das Basislager Beihai auf 1630m ü. M. erreichten, waren wir gut durchgenässt und leicht kaputt, aber auch glücklich. Da wir arme Studenten und echte Naturburschen sind, haben wir uns für 100 Yuan p.P. in das "Beihai Tent" eingebucht. Dieses Zelt bietet Komfort für bis zu 2 Personen, 3 stinkende Decken zum unterlegen (ansonsten müsste man auf dem Betonboden schlafen) und einen unvergesslichen Geruch aus Mann, Käse und Bitumen (so ähnlich, wie wenn neuer Asphalt auf der Autobahn aufgezogen wird!). 


Ziel für alle Huang Shan Reisenden ist neben dem Überleben der einmalige Sonnenaufgang über den Bergen. Vorausgesagt wurde der Sonnenaufgang für 5:21 Uhr. Diese bedeutete für manche Chinesen, dass sie einfach die ganze Nacht wach bleiben und durch labern - man könnte ja verschlafen. Zum Glück hatte Versorgungsoffizier Julian Ohropax dabei, sodass eine halbwegs geruhsame Nacht möglich war. 


Wir sind pünktlich aufgestanden, um den genialen Sonnenaufgang zu sehen. Ich denke die folgenden Bilder sprechen für sich! 






Jetzt aber schnell - gleich geht es los!

Gude!
Herrlich!

Wie scheeeee!

Zu viele Fans aufeinmal - wo soll ich nur hinschauen?

Jap, kann was!







Lotus Peak - mit kleinem Kiosk!
Nach dem Spektakel wurde erstmal Gefrühstückt, wir hatten im voraus genug Proviant für das Wochenende gekauft. Ein wenig frisch machen (Zähne putzen) und die Expedition ging weiter. Heutiges Tagesziel: Erreichen der Western Steps und Absieg. Distanz: ca. 18km. Unsere Reise führte uns zunächst auf den höchsten Punkt von Huang Shan - dem Lotus Peak. Auf etwas über 1800m hatten wir die genialste Aussicht überhaupt, leider auch gefühlte 300 Chinesen auf 15 m² um uns herum. Umso weiter man Richtung Western Steps kam, umso mehr Chinesen waren da, denn dieser Abschnitt ist der Touristen Teil mit Gondel und so.

Teilweise wirklich nervig wie sich manche Kinesen immer wieder an steilen (und auch gefährlichen) Stellen vordrängeln wollten, denn das Wort "Warten" kennen sie einfach nicht. Eine kurze Zurechtweisung und sie hatten es dann meistens verstanden ;-)

Blick vom Lotus Peak
Kaum zu glauben aber wahr: An der Stelle, wo der Abstieg begann, war dann auf einmal kein Mensch mehr. Komisch, ich dachte jeder läuft und die Gondel fährt alleine :-P










Wovon ich ja noch garnicht erzählt habe: Die Killer-Affen! Ja ihr hört richtig! Auf dem Berg gab es Affen von der Größe eines ausgewachsenen Silberrücken! Diese Affen waren nicht nur riesig, sondern auch gefährlich! Sie ernähren sich für gewöhnlich von Essensresten, es soll aber auch vorkommen, dass in Essensresten-armen Zeiten Menschen angegriffen, gegrillt und verputzt werden! Genau so eine Zeit war wohl an diesem Wochenende!
Mehrmals stellten sich King Kong und seine Bande in unseren Weg, fauchten uns an, zeigten auf ihren Landmann Rundgrill und rannten auf uns zu! Die nächste Bildergeschichte soll euch die Situation verdeutlichen!


Traditionelle Verbeugung vor dem Kampf

"Ähmmm, muss nicht vorgehen!"

Holt der einfach mal Verstärkung!

Zu Deutsch: Hau ab, wenn du Schiss hast!

Die mutigsten Männer der Welt!


Zum Glück haben wir den Affenattacken ausweichen können und wurden nicht gegessen! Blöde Affen!
Der Abstieg war relativ easy, aber heute merke ich so richtig, wie sehr meine Waden und Oberschenkel schmerzen. Der sportliche Aufwand für dieses Wochenende stand halt auch in keinem Verhältnis zum dem, was ich sonst so für meine Beine mache ;-) Heute bekomme ich es heimgezahlt!

Unten angekommen waren wir einfach ober glücklich und freuten uns auf das lange Sitzen im Bus. Zu früh gefreut! Erstmal warteten wir 1h länger bei Mr. Hu auf unseren Bus nach Shanghai als geplant und zweitens war der Bus einfach überfüllt. Manche Kinesen durften sogar auf Kinderstühlen im Gang sitzen. Sah einfach nur lustig aus!
Leider hatte ich den wohl dümmsten Platz im Bus erwischt: Letzte Reihe, links neben der Mitte. Heißt: Man bekommt nichts von der Klima ab, kann seinen Sitz nicht verstellen und Anlehnen vom Schlafen fällt auch aus, wenn man nicht gerade Lust auf Kuscheln mit einem unbekannten Chinesen oder Julian hat. Dazu kam noch, dass wir seit Samstag Morgen keine Dusche mehr hatten und in unserem eigenen Saft standen/saßen. Lecker, lecker, lecker sagen ich da nur (wie in der Seitenbacher Werbung!). Auch gut war, dass die Außentemperatur bei ca. 33 Grad lag und die Kinesen neben mir das Fenster aufgemacht haben, damit die warme Luft in den Bus rein kann. Irgendwann lag die Innentemperatur dann bei 26/27 Grad. War geil!
Kurz gesagt: Es war die ätzendste Busfahrt meines Lebens! Bitte einmal alle mitleiden für mich!

Irgendwann waren wir dann in Shanghai und nach der Taxifahrt auch im Hotel. Schnell unter die Dusche, denn es kribbelte bereits! Total befreiend! Jetzt gab es nur noch ein Ziel für alle: Pennen!

Hier folgen jetzt noch ein paar Impressionen von Huang Shan die ich textmäßig nicht einbauen konnte, aber die auf jeden Fall sehenswert sind ;)

Eastern Steps

Ei Gude Li!

Leider auch hier zu schnell, um gut zu fotographieren: Monster-Waden!

Obligatorisches Gruppenfoto I

Obligatorisches Gruppenfoto II

Sieht gut aus!

Auch schön!

u.s.w.

Treppe im Stein

Die Pilgerroute

Cable Car für Weicheier

Wer sieht die Treppe im Stein ?

Im ganzen fasse ich aber Huang Shan als den besten Trip meines China Aufenthalts zusammen! Jeder der nach Shanghai oder in die Nähe von Huang Shan kommt, sollte den Berg besuchen. Es lohnt sich! Übrigens: Ich bin nur noch bis Mittwoch nächste Woche in China, dann geht es schon nach Singapur! Natürlich wird der Blog dort weitergeführt ;-) Es gibt auch schon konkrete Pläne für eine Reise durch Malaysia und Thailand, also keine Angst - der Blog wird noch eine Zeit gefüttert ;-)

Ich hoffe meine Abwesenheit ist hiermit entschuldigt! Der nächste Blogpost dürfte wohl in einer Woche kommen, dann hatten Jerrik und ich unser letztes Wochenende in Shanghai!

Bis dahin viele Grüße und frohes weiter Hoffen auf Sommer in Deutschland!

Michael


Fund des Tages


Unser Uni Gebäude mit blauem Himmel - das Bild gab es noch nicht!

1 Kommentar:

  1. http://www.prosieben.de/tv/joko-gegen-klaas/video/clip/1859751-klaas-in-lebensgefahr-1.3279420/

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